Tipps für die Umstellung von Stillen auf die Babyflasche

Umstellung Stillen Flasche

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Egal ob der Grund für den Umstieg von Stillen auf das Fläschchen nun im bald bevorstehenden Wiedereinstieg in den Job liegt, oder weil es manchmal eben einfacher ist, wenn jemand anderes als Mama euer Baby ernähren kann: es ist und bleibt eine ganz persönliche Entscheidung, wann und weshalb man von der Brust zur Flasche wechseln möchte.

Damit dieser wichtige Schritt möglichst einfach über die Bühne geht, haben wir euch nachstehend einige Tipps zusammengestellt, die euch beim Übergang hoffentlich helfen werden.

Wieviel Zeit sollte man für den Umstieg vom Stillen auf die Flasche einplanen?

Idealerweise könnt ihr euch ca. 4-6 Wochen Zeit nehmen, um eine langsame und progressive Umgewöhnung von der Brust zur Flasche vorzunehmen. Denn es ist wichtig, nicht von einem Tag zum anderen komplett alles umzustellen, sondern nach und nach eine Stillmahlzeit durch ein Fläschchen zu ersetzen.

Stellt euch mal vor, man hätte von euch verlangt, statt mit Gabeln, auf einmal nur mit Stäbchen zu essen. Eben! Beachtet also, dass es eurem Baby ähnlich geht und es sich an den Wechsel erstmal langsam gewöhnen muss.

Das liegt natürlich zum einen daran, dass der Milchfluss aus der Flasche anders ist, als der aus der Brust. Euer Baby muss sich also erstmal an einen neuen Schluckrhythmus gewöhnen. Vor allem aber muss sich sein kleiner Magen auf die neue Milchmenge und deren Verdauung umstellen. Und natürlich ist es erstmal ganz schön ungewöhnlich nicht Mamas weiche Brust im Mund zu haben, sondern stattdessen an einer synthetischen „Brustwarze“ zu nuckeln.

Das wird eurem Baby wahrscheinlich sogar als Erstes auffallen und viele reagieren darauf erstmal irritiert und verweigern deshalb die Flasche. Ganz zu schweigen von dem anderen Geschmack der Milch. Lasst ihm und euch also ganz viel Zeit, um sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen.

Gibt es einen optimalen Zeitpunkt, um mit der Umstellung von Stillen auf Flasche zu beginnen?

Ein guter Moment, mit der Umstellung zu beginnen wäre der Nachmittag. Denn zu diesem Zeitpunkt des Tages hat Baby bereits ein oder zwei Stillmahlzeiten zu sich genommen und ist generell weniger ausgehungert als morgens oder vormittags. Und falls Baby gerade eine kleine Siesta hinter sich hat, bevor das nächste Trinken ansteht, dürfte es auch entspannter sein.

Nach und nach ersetzt du dann die Stillmahlzeit, die am Ende des Vormittags vorgesehen ist, und dann die abends und mittags, bis schließlich nur noch die erste des Tages bleibt.

Genauso viel Zeit solltet ihr für das Einführen der Babymilch mitbringen. Wie bereits erwähnt ist der Geschmack verglichen mit der Muttermilch natürlich ein anderer und nicht jedes Baby nimmt diesen bereitwillig an.

Am besten beginnst du den Umstieg mit dem Geben der Brust und lässt dein Baby dabei aber nicht vollständig satt trinken. Komplettiert wird dann die Mahlzeit mit ein bisschen Flaschenmilch. Idealerweise pumpst du erstmal etwas von deiner eigenen Milch ab und versuchst sie deinem Baby per Fläschchen zu geben. Somit muss es sich erstmal „nur“ auf den Sauger umstellen und nicht auch auf den neuen Geschmack.

Übrigens: Auch die umgekehrte Variante ist möglich, also erst ein bisschen Flasche und dann die Brust. Teste einfach aus, wie es bei euch beiden am besten klappt.

Diese progressive Umstellung gibt zudem auch deinen Brüsten Zeit, sich an das Weniger an zu produzierender Milch zu gewöhnen. Auch hier sind die Stillmahlzeiten kurz nach dem Aufstehen und am Abend am schwierigsten zu ersetzen, da zu diesen Zeitpunkten die Mahlzeiten besonders reichlich ausfallen. Wie immer gilt: nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Und falls deine Brüste zu sehr spannen, streiche einfach so viel Milch heraus, dass die Spannung nachlässt – denn zu viel könnte kontraproduktiv wirken und die Milchproduktion erneut anregen.

Einige Tipps für den Übergang vom Stillen zur Flasche

Das Wichtigste ist es, genügend Zeit für den Übergang zur Flasche einzuplanen. Das gilt es natürlich ganz besonders zu beachten, wenn euer Baby bald fremd betreut werden soll. Natürlich ist es möglich, auch in der KiTa dein Baby noch weiter mit deiner Muttermilch zu versorgen. Dafür musst du dann deine Milch abpumpen. Solltet ihr allerdings davon absehen, und ausschließlich Babymilch nutzen wollen, ist es umso wichtiger, dass die Umstellung bereits vor dem Eintritt in die Kindertagesstätte bzw. dem Übergang zur Betreuung durch eine Tagesmutter stattgefunden hat. Denn diese Ereignisse sind schließlich schon einschneidend genug!

Wie schon gesagt ist es sinnvoll, deine Milch erst einmal abzupumpen und per Fläschchen eurem Baby anzubieten. So kann der Übergang wirklich progressiv erfolgen. Nachdem sich euer Baby an die Flasche gewöhnt hat, könnt ihr langsam zur Babymilch übergehen.

Welches Fläschchen für den Wechsel?

Um eurem Baby die Umstellung auf das Fläschchen leichter zu machen, achtet beim Fläschchenkauf darauf, dass der Sauger der Form der Brust nachempfunden ist. Das kann einer sogenannten Saugverwirrung vorbeugen.

Auch die Textur des Saugers spielt eine Rolle: Latex ist für Babys besser, deren Saugreflex schwächer ausgebildet ist. Allerdings zeichnen sie sich häufig durch einen sehr starken Geruch aus, was die Umstellung auf die Flasche erschweren kann. Babys mit starker Saugkraft können gut mit einem Aufsatz aus Silikon, da geruchlos, an die Babyflasche gewöhnt werden.

Außerdem solltet ihr darauf achten, dass sie frei von schädlichen Substanzen wie z.B. BPA ist.

Die richtige Atmosphäre schaffen

Natürlich ist es wichtig, beim Wechsel darauf zu achten, dass Baby so wenig wie möglich durch eine unruhige Umgebung abgelenkt wird. Zieht euch deshalb, wie auch für das Stillen in einen ruhigen Raum zurück – allerdings nicht unbedingt in das übliche Zimmer. Das Ändern der Stillumgebung kann nämlich positiv dazu beitragen, dass sich dein Baby eher auf die Umstellung einlässt.

Halte dein Baby wie auch beim Stillen nahe bei dir an der Brust, sodass es deine Haut spüren kann. Befindet sich dein Baby nämlich in einer ähnlichen Haltung wie beim Stillen, wird es euch leichter fallen, ihm das Fläschchen anzubieten.

Sofern sich dein Baby zu stark von deiner Brust angezogen fühlt und aus diesem Grund die Flasche verweigert, kann es hilfreich wenn, wenn Papa oder die Großeltern in der Nähe sind. Denn manchmal nehmen Babys es auch eher an, wenn Mama nicht „zur Verfügung“ steht.
Euer Baby verweigert die Flasche? Ruhe bewahren und nichts erzwingen! Versucht es einfach am kommenden Tag oder am Wochenende noch einmal. Langsam aber sicher wird sich euer Baby auf die Umstellung einlassen. Schließlich haben wir das doch alle irgendwann, oder?

Hat euch der Artikel geholfen? Wie habt ihr den Wechsel von der Brust zum Fläschchen erlebt? Schreibt uns gerne euer Feedback in das unten stehende Kommentarfeld! Weitere interessante Infos zu unserem Windelabo findet ihr hier.