Stoffwindeln: Wie treffe ich die richtige Wahl?

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Die Entscheidung ist getroffen: Euer Baby wird waschbare Windeln tragen! Doch im Angesicht der aktuellen Fülle an Angeboten liegt das Schwierigste noch vor euch: Die Auswahl des richtigen Modells. Es geht darum, die Windel zu finden, die den Babypo trocken hält und leicht anzuwenden ist, um auch euch Eltern das Leben zu erleichtern. Keine Panik: Little Big Change hilft euch auf der Suche nach der richtigen waschbaren Windel.

Wie funktioniert eine waschbare Windel?

Zu allererst ist es wichtig zu verstehen, wie eine waschbare Windel aufgebaut ist. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die kombiniert werden oder zwei voneinander getrennte Elemente darstellen können.

  • Ein saugfähiger Teil: das Wickeltuch, die Einlage oder der Saugkern
  • Ein flüssigkeitsundurchlässiger Teil: die Windel (oder das Höschen)

Eine waschbare Windel kann ebenfalls optionale Elemente enthalten, die ihre Saugkraft und das Wohlbefinden des Babys verstärken:

  • Das Trockenvlies, dank dem die Feuchtigkeit vom Babypo ferngehalten wird und Stuhlgang sich leichter entfernen lässt
  • Die Booster-Einlage: Eine zusätzliche Saugeinlage, die die Saugfähigkeit der Windel erhöht und das Auslaufrisiko begrenzt

Diese Grundstruktur ist bei allen waschbaren Windeln gleich. Was macht also den Unterschied zwischen den verschiedenen Modellen aus? Das System!

Die verschiedenen Systeme waschbarer Windeln

Klassische waschbare Windeln

Dieses für seine Effizienz sehr beliebte System funktioniert vor allem nachts sehr gut. Auch in Bezug auf das Budget ist dies die vorteilhafteste Lösung. Ihre kleine Schwäche? Die klassische waschbare Höschenwindel besteht aus zwei verschiedenen Elementen, was das Windelwechseln zumindest am Anfang etwas komplizierter macht. Denn zunächst muss das Wickeltuch angezogen werden und danach noch das Schutzhöschen. Diese Operation kann bei den ersten Malen etwas mühselig erscheinen, weshalb sie vielleicht nicht die optimale Lösung für frischgebackene Eltern ist. Dennoch bietet die waschbare Windel beachtliche Vorteile:

  • Beinahe null Auslaufrisiko
  • große Saugfähigkeit
  • eine große Auswahl an Materialien

Waschbare All-in-One-Windeln (AiO)

Dieses System überzeugt durch seine Einfachheit. Die AiO-Windel hat alle Eigenschaften einer klassischen Einwegwindel, da sie aus einem einzigen Element besteht, das die flüssigkeitsundurchlässige Windel und den Saugkern miteinander kombiniert. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie nicht weggeworfen wird, sobald sie schmutzig ist, sondern gewaschen wird.

Es gibt auch eine Variation dieses Modells: Die Taschenwindel. Wie ihr Name schon sagt, besitzt sie eine Tasche, in die die abnehmbare Saugeinlage eingeschoben werden kann. Mit ihrem schnellen und einfachen Windelwechsel ist die AiO die beste Freundin gehetzter und unerfahrener Eltern. Ihre Saugfähigkeit ist jedoch begrenzt (rechnen Sie mit durchschnittlich 3 Stunden). Sie eignet sich also eher für die ausschließliche Verwendung am Tag! Die waschbare AiO gehört übrigens auch zu den teuersten Varianten auf dem Markt.

Waschbare All-in-Two-Windeln

Einfach, effizient und erschwinglich: Die All-in-Two-Windel ist der absolute Liebling frisch gebackener Eltern! Sie besteht aus einer Windel, in der einfach eine Einlage festgesteckt wird. So wechselt ihr die Windel im Handumdrehen! Und nur ein Teil ist schmutzig: Die Einlage. Die flüssigkeitsundurchlässige Windel kann weiterverwendet werden.

Ein weiterer Vorzug: Die All-in-Two-Windel eignet sich für den Tag und die Nacht. Ihr müsst euch nur eine zusätzliche Saugeinlage – eine Booster-Einlage – hinzufügen, wenn ihr das Baby für die Nacht vorbereitet.

Gut zu wissen: Die All-in-Two-Modelle werden manchmal mit 1 oder 2 Einlagen verkauft, doch das ist nicht immer der Fall. Achtet beim Kauf also darauf, um beim Windelwechsel böse Überraschungen zu vermeiden.

Waschbare Hybridwindeln

Die Hybridwindel ist ein Zwischending aus waschbarer All-in-Two-Windel und Einwegwindel. Das System ähnelt dem All-in-Two darin, dass ihr nur die Einlage wechseln müsst. Doch letztere besteht aus biologisch abbaubaren Materialien und kann nicht gewaschen werden, sondern landet im Müll. Die Hybridwindel ist dünner als die All-in-Two-Windel, was ein großer Vorteil sein kann, um das Baby anzuziehen.

Sie ist effizient genug für die Verwendung am Tag und in der Nacht, so dass sie nur einen wirklichen Nachteil hat: Da die Einlagen mehrmals am Tag gewechselt werden müssen, ist dieses System langfristig kostspielig. Passt also auch auf, wenn euer Alltag hektisch sein sollte: Man vergisst schnell einmal Einlagen nachzukaufen und steht plötzlich ohne da.

Waschbare Windeln in welcher Größe?

Waschbare Windeln sind in verschiedenen Größen erhältlich:

  • Größe für Neugeborene: für Säuglinge von 3 bis 7 kg
  • Größe 1: für Babys von 4 bis 9 kg
  • Größe 2: für Babys von 8 bis 12 kg

Die Größe für Neugeborene ist allgemein den zierlichsten Säuglingen, hauptsächlich Frühgeburten, vorbehalten. Ein Baby kann in der Regel ab der Entbindung bequem eine Größe 1 tragen. Im Alter von ungefähr 9 Monaten geht es zur Größe 2 über. Das impliziert eine doppelte (oder ausnahmsweise dreifache) Investition im Laufe der Zeit, in der das Baby immer weiter wächst.

So ist es logischerweise verführerisch, auf eine Einheitsgröße zu setzen, das heißt anpassbare Modelle, die euer Kind von der Geburt bis zum Alter von 3 Jahren begleiten können. Doch in der Praxis erweist sich diese Windelart als unbequem und wenig praktisch, solange das Kind nicht wenigstens 5 kg wiegt.

Außerdem überdauern waschbare Windeln selten mehr als 300 Waschgänge. Windeln in der Einheitsgröße können also für höchstens ein Kind verwendet werden und zum Teil sogar den Geist aufgeben, bevor das Kind trocken ist. Die Modelle in verschiedenen Größen werden euch nicht auf einmal im Stich lassen und können auch für mehrere Kinder genutzt werden.

Waschbare Windeln aus welchem Material?

Waschbare Windeln, insbesondere die klassischen Modelle, sind in einer Vielzahl an Materialien erhältlich. Wir fokussieren uns vor allem auf:

  • Baumwolle, die sanft, robust und leicht zu pflegen ist
  • Hanf, der ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle aufweist, aber saugfähiger ist
  • Bambusfaser, die eine 8 Mal größere Saugfähigkeit als Baumwolle besitzt
  • Mikrofaser, die nicht direkt mit dem Babypo in Berührung kommen sollte, da sie den Babypo austrocknen könnte, und die eine herausragende Saugfähigkeit bietet

Was das Höschen anbelangt, das die Windel flüssigkeitsundurchlässig macht, so findet man Materialien wie dünnes und robustes PUL (Polyurethanlaminat) und Wolle, die außergewöhnliche Leistungsstärke und eine bemerkenswerte Wärmeregulierung kombiniert.

Die Wahl hängt von euren Gewohnheiten, vor allem beim Waschen, ab. Gehetzte Eltern setzen am besten auf Baumwolle, da sie maschinen- und trocknertauglich ist. Bambusfaser ist im Gegensatz dazu empfindlicher: Sie darf nur an der Luft getrocknet werden.

Wie viele waschbare Windeln sollte ich vorrätig haben?

Jedes Kind ist einzigartig. Wir empfehlen zunächst, die verschiedenen Systeme auszuprobieren und sich zum Beispiel ein Modell der klassischen waschbaren Windel, einer AiO-Windel und einer All-in-Two-Windel sowie zwei Einlagen zuzulegen.

Im Laufe der Verwendung stellt sich dann vielleicht eines der Systeme als vorteilhafter heraus oder ihr kombiniert letztendlich mehrere miteinander. Als Anhaltswert könnt ihr auf folgende Durchschnittswerte zählen, um eine Vorstellung von dem Vorrat zu haben, den ihr brauchen werdet:

System Anzahl Anzahl der Waschgänge
Klassische waschbare Windel 18 Windeln und 8 Höschen Alle 2 bis 3 Tage
Waschbare AiO-Windel 20 Windeln Alle 2 bis 3 Tage
Waschbare All-in-Two-Windel 8 Windeln und 18 Einlagen Alle 2 Tage

Bitte beachtet, dass es das Trockenvlies auch als Papierversion in Form einer Rolle gibt. Wenn ihr „Zero Waste“ bevorzugt, könnt ihr ein Trockenvlies aus Fleece nutzen (denn Babystuhl bleibt an diesem Material kaum kleben!). Rechnet dann mit ungefähr 20 Stück als Ergänzung zu euren Windeln und Einlagen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst

  • Kombiniert verschiedene Systeme miteinander, indem ihr zum Beispiel auf eine AiO am Tag und eine klassische waschbare Windel für die Nacht setzt
  • Probiert die verschiedenen Systeme eine Zeit lang aus, bevor ihr euch einen Vorrat anlegt
  • Achtet auch auf die Wahl des Materials! Das kann gerade beim Waschen für eure Organisation wichtig sein
  • Der Kauf eines Windelvorrats in verschiedenen Größen kann zwar als sehr kostspielig erscheinen, aber langfristig als bequemer für das Baby und erschwinglicher für euch Eltern herausstellen… besonders dann, wenn es noch ein kleines Brüderchen oder ein kleines Schwesterchen bekommt!