Wie pflege ich eine waschbare Windel?

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Waschbare Windeln erfordern mühsame Pflege? Ganz sicher nicht! Damit sie lange halten und ihre Effizienz bewahren, reicht es, sie zu schonen. Und das ist alles andere als kompliziert. Der Beweis…

Vorbereitung

Baumwolle, Hanf oder Bambus: Waschbare Windeln müssen „weich gemacht“ werden, damit sie ihr ganzes Saugpotenzial entfalten können… und sich nicht verformen. Steckt sie also vor der ersten Verwendung in die Maschine und führt etwa 2 bis 3 Waschgänge bei 40 ° (höchstens!) durch und lasst sie schön trocknen.

Waschen

Waschbare Windeln werden alle 2 bis 3 Tage in der Maschine gewaschen. Damit sie sich nicht vorzeitig abnutzen, ist es wichtig, sie richtig zu pflegen. Sowohl die Hygiene als auch das Wohlbefinden des Babys hängen davon ab. Es ist also wichtig, folgende Tipps zu beachten:

  • Verzichtet auf Weichspüler und Waschnüsse, weil diese die Fasern verstopfen
  • Verwendet bitte kein Bleichmittel, da dies die Fasern ruiniert. Weißer Essig ist ebenfalls nicht ratsam, weil diser die Gummibänder beschädigt
  • Setzt bevorzugt auf lange Waschgänge
  • Passt die Temperatur an das Material an (40°C für Bambus, 60°C für Baumwolle und Hanf)

Wenn ihr ein Windelmodell mit Klettverschluss habt, denkt daran, sie zum Waschen zu wenden, um sie zu schützen. Und achtet auch auf den Schleudervorgang: 800 Umdrehungen/Minute höchstens, um die Unversehrtheit des Stoffes zu gewährleisten.

Trocknen

Waschbare Windeln, die sich für den Trockner eignen, sind selten. Das liegt an den verwendeten Materialien: Bambusfaser und Hanf gehen darin kaputt. Was Baumwolle anbelangt, kann diese das zwar verkraften, aber auch sie nutzt sich langfristig dadurch schneller ab. Die beste Option ist also das Trocknen an der Luft. Die ideale Lösung? Hängt eure Windeln in die Sonne, um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Windeln trocknen schnell und Sonneneinstrahlung hilft gegen Gelbwerden.

Aufbewahren

Achtet beim Lagern eurer Windeln, Wickeltücher und/ oder Einlagen bis zur nächsten Wäsche darauf, dass sie im Trockenen sind. Verwendet am besten einen Eimer, wenn ihr zuhause seid, und einen flüssigkeitsundurchlässigen Beutel, wenn ihr unterwegs seid. Einzige zwingende Erfordernis: Entfernt sämtliche Spuren von Stuhlgang und spült die Einlage/Windel gegebenenfalls unter einem leichten Wasserstrahl ab. Bei Pipi besteht keinerlei Gefahr: Urin verhindert sogar die Entstehung von Schimmel. Kehrseite der Medaille: Langfristig beschädigt er das Gewebe. Die Lösung: Wascht schmutzige Wickeltücher, Windeln und Einlagen nach spätestens drei Tagen.

Flecken entfernen und Weißen

Wie bereits erwähnt, kann das Trocknen in der Sonne dem Gelbwerden der Windeln vorbeugen. Ihr könnt beim Waschen auch ein wenig Natriumbicarbonat hinzufügen. Das ist nicht nur sehr effizient, um die Wäsche zu weißen, sondern neutralisiert außerdem Gerüche. Auch Natriumpercarbonat offenbart sich als hervorragendes Mittel zum Weißen. Bei Flecken – Stuhlgang oder Fett – verwendet am besten ein bisschen Wasser und Kernseife.

Tiefenreinigung gegen verstopfte Fasern

Bis jetzt lief alles fantastisch, doch auf einmal hat euer Baby Hautrötungen am Po oder die Windel läuft aus? Führt am besten einen kleinen Windeltest durch: Kippt ein halbes Glas Wasser auf das Wickeltuch oder die Einlage. Wenn die Flüssigkeit auf der Stoffoberfläche entlangzulaufen scheint, anstatt einzuziehen, dann ist die Babywindel verstopft. Doch das ist kein Grund zur Panik:

  • Wascht zunächst die verschmutzen Wickeltücher und/ oder Einlagen
  • Bereitet eine Schüssel mit lauwarmem Wasser vor
  • Fügt 2 Esslöffel Natriumpercarbonat (Kaisernatron) hinzu
  • Weicht dann die Wickeltücher und/ oder Einlagen 12 Stunden lang ein
  • Am Ende wascht ihr die Wickeltücher und/ oder Einlagen nochmals je nach Material bei 40 oder 60°C

Regelmäßige „Bäder“ mit Natriumcarbonat/ Kaisernatron sind empfehlenswert. Doch Achtung: Führt diese nur bei extremer Verschmutzung durch! Denn das Natriumcarbonat greift leider auch die Stofffasern an.

Eine intensive Reinigung wie diese empfiehlt sich alle 6 Monate. Um Probleme in der Zwischenzeit zu vermeiden, verwendet am besten ein Trockenvlies und wenig Waschmittel, um der Verstopfung der Fasern vorzubeugen.