Öko-Windeln: Wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Windeln?

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Wir sehen schon, wie du die Augen verdrehst, aber keine Angst. Dies soll jetzt kein x-ter Moralartikel zum Thema Umweltschutz, biologische Landwirtschaft und Zero Waste werden. Wir wissen, dass sich die meisten Eltern bereits viele Gedanken zu diesen Themen machen. Und gerade wenn es um das Thema Windeln und Müllproduktion geht, suchen viele Eltern nach Alternativen. Neben dem Volumen an Abfall aber, der im Laufe der Jahre durch die getragten Windeln entsteht, kommt immer häufiger die Frage nach der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Windeln auf. Denn seit einigen Jahren häufen sich die Analyseskandale in Bezug auf die Inhaltsstoffe von Windeln, die ja in direktem Kontakt mit der Babyhaut kommen. Unter anderem ist hier zum Beispiel von endokrinen Disruptoren die Rede. Deshalb haben wir uns entschlossen, diesen Artikel zu verfassen, um Eltern auf die möglichen Probleme in Bezug auf die Gesundheit ihres Babys und die Umwelt aufmerksam zu machen. Bei uns von Little Big Change hat Transparenz schon immer oberste Priorität! Deshalb wollen wir in diesem Artikel erklären, was eine Öko-Windel eigentlich ausmacht (der Begriff ist schliesslich in aller Munde), warum es sich lohnt, sie zu verwenden, wie man sie von einer herkömmlichen Windel unterscheidet und vor allem, welche Bestandteile sie auf keinen Fall enthalten sollte. Es wartet also ein wenig Lesestoff auf dich…

Öko-Windeln: Was ist das?

Öko-Windeln – sie sind in aller Munde! Denn ihrem Namen nach tendiert man zu dem Glauben, sie seinen ökologisch vollständig abbaubar (und selbstverständlich frei von Schadstoffen). Aber Vorsicht: eine vollkommen biologisch abbaubare Windel gibt es bislang leider noch nicht. Es handelt sich also eher um einen umweltfreundlichen Ansatz von Seiten der Hersteller (was ja schon in die richtige Richtung geht). Nicht mehr und nicht weniger. Wenn sie aber auch (noch) nicht zu 100% auf dem Kompost landen können, sind sie dennoch allen Eltern zu empfehlen, die nach einer Lösung suchen, die Umwelt und den zarten Popo ihres Babys schützen zu wollen. Zwei Fliegen also mit einer Klappe. Denn Öko-Windeln werden ohne giftige Inhaltsstoffe mit natürlichen und erneuerbaren Rohstoffen wie zu Beispiel Mais (mit dem ebenfalls Strohhalme und Becher hergestellt werden) produziert. Die Zellulose in diesen Öko-Windeln stammt aus FSC-zertifizierten Wäldern und wird nicht mithilfe von Chlor gebleicht. Auch wenn Chlor im Swimmingpool (in kleinen Mengen) durchaus verträglich ist, hat es in einer Windel a-b-s-o-l-u-t nichts verloren!

Öko-Windel und biologisch abbaubare Windel: Das gleiche?

Wie eben schon gesagt: Wir müssen euch enttäuschen: Zurzeit gibt es noch keine zu 100% biologisch abbaubare Öko-Windel. Der Grund dafür? Die Verschlüsse, der Saugkern und auch die Gummiteile an Windeln sind nicht biologisch abbaubar. Also auch wenn Öko-Windeln TECHNISCH gesehen biologisch abbaubarer sind als herkömmliche Windeln, können sie nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Öko-Windeln gehören genau wie klassische Modelle in den normalen Hausmüll!

Was ist letztendlich die beste Alternative?

Wir haben hier wie gesagt nicht die Absicht, eine Moralpredigt zu schreiben! Little Big Change legt wert auf Transparenz, aber auch darauf, niemanden zu verurteilen! Klar ist zu bedenken, dass bis ein kleines Kind völlig trocken ist, sehr viel Zeit ins Land zieht. Es werden nicht weniger als 4.000 Windeln ge- und verbraucht werden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Eine Ehrfurcht erzeugende Zahl, nicht wahr? Und diese 4.000 Windeln verkörpern eine Tonne Müll, der ungefähr 500 Jahre (mindestens) brauchen wird, bis er sich zersetzt. Trotz der Fortschritte der sogenannten Bio- oder Öko-Windeln, die trotz allem als umweltfreundlicher betrachtet werden können als herkömmliche Windeln, ist es noch immer schwierig, ihre Auswirkung auf die Umwelt zu begrenzen. Hier muss man ganz ehrlich sagen: In Bezug auf die Gesundheit, die Umwelt und die Finanzen wären hier tatsächlich waschbare Windeln aus Stoff die beste Option. Doch die haben eben auch ihre Schattenseiten…

Waschbare Windeln: die beste Option?

Wenn du also deinen Hausmüll und deinen ökologischen Fußabdruck reduzieren möchtest, dann können waschbare Windeln wie für dich geschaffen sein! Sie sind eine gute Alternative zu herkömmlichen Windeln, wenn auch vielleicht etwas weniger „glamourös“, denn sie überzeugen mit einem unschlagbaren Argument: Ihre Verwendung vermeidet letzten Endes eine Tonne Müll, wie wir ein wenig weiter oben in diesem Artikel bereits erwähnten. Und die gute Nachricht lautet ausserdem, dass du keine 4.000 Stoffwindeln brauchst, sondern ungefähr nur zwanzig, die dann auch für weitere Kinder benutzt oder recycelt werden können. Gleichzeitig verbraucht das Waschen aber auch viele Ressourcen, wie Strom und Wasser. Und Waschmittel enthalten oft ebenfalls Substanzen, die für die Umwelt belastend sein können. Ihr seht also: das Idealprodukt gibt es einfach noch nicht.

Waschbare Windel: eine Kurzanleitung

Genau wie Einwegwindeln passen sich waschbare Windeln an das Gewicht und die Größe deines Sprösslings an. Es ist also spielend einfach, für jede Lebensphase deines Babys die richtigen Windeln zu finden. Waschbare Windeln sind leicht zu verwenden und stehen herkömmlichen Einwegwindeln in Punkto Sauberkeit absolut in nichts nach. Eine waschbare Windel hat einen saugfähigen und feuchtigkeitsundurchlässigen Teil, der dafür sorgt, dass nichts ausläuft! Bevor du dein Baby wickelst, musst du die Windel vorbereiten, indem du eine Einlage in die Windel und ein Papiervlies auf die Einlage legst. Ist die Windel voll, entfernst du einfach das Papiervlies (zusammen mit seinem Inhalt) und entsorgst alles! Waschbare Windeln erfordern ein wenig Logistik, doch wie bei allem ist das nur eine Sache der Gewohnheit. Denke an einen Eimer, um schmutzige Windeln bis zur nächsten Wäsche zu lagern (nicht länger als 3 Tage) und gebe ein paar Tropfen ätherische Öle hinein, um Geruchsbildung zu vermeiden. Waschbare Windeln werden bei 40 bis 60 Grad in der Maschine gewaschen. Verwende ein sanftes Waschmittel ohne Glyzerin und ohne Weichspüler. Nach dem Waschen trocknet die Windel an der Luft. Fertig ist der Lack: Die Windel ist bereit für ihren nächsten Heldeneinsatz!

Waschbare Windel: eine saubere Sache

Im Gegensatz zu herkömmlichen Windeln enthalten waschbare Windeln keinerlei Giftstoffe. Sie bestehen ausschließlich aus Naturfasern und scheinen das schonendste Modell sowohl für die Umwelt als auch für dein Kind zu sein! Und ja, waschbare Windeln enthalten kein Sauggel. Also alles in allem eine Saubere Sache.

Auf welche Inhaltsstoffe du beim Kauf achten solltest!

Stoffwindeln sind also prinzipiell die sauberste Lösung für die Umwelt und euer Baby. Aber das viele Waschen ist nicht mit jedem Haushalt oder Zeitplan vereinbar. Wer also doch eher auf Wegwerf- bzw. Einmalwindeln setzten möchte, der sollte sich die Inhaltsstoffe der Windeln (auf der Verpackung) gut durchlesen. Denn Glyphosate, Kohlenwasserstoffe, endokrine Disruptoren… sind leider immer noch in manchen Windeln enthalten. Damit euch also kein Fehlgriff passiert und ihr den Po deines Babys nicht unnötigen Gefahren aussetzt, könnt ihr nachstehend lesen auf was ihr beim Windelkauf achtet solltet bzgl. deren Inhaltsstoffe.

Das sollten Windeln also nicht enthalten:

  • Lotion wie Vaseline, die von der EU als krebserregend eingestuft wurde
  • Duftstoffe und Latex (ja, Latex kann Allergien auslösen)
  • Farbstoffe
  • Dioxine, die aus verschiedenen Bleichverfahren mithilfe von Chlor stammen (Chlor am Babypo ist nicht dasselbe wie Chlor im Schwimmbad)
  • Pestizide (die mögen wir schon nicht auf unserem Gemüse, also haben sie erst recht nichts auf unseren Kindern zu suchen)
  • Kohle oder Erdöl (es gibt nun wirklich gesünderes)